Spiele für Drinnen

Die fliegende Katze

Herkunft: Wer auf dem Markt Kaninchen kaufte, bekam diese meist als Wildkaninchen in einem Sack, da diese gewildert und billig waren. Mitunter jedoch wurden auch junge Katzen verkauft, die sich ebenso wild im Sack gebärdeten, wie die Wildkaninchen und deren Stimmen sich sehr ähneln. Das war dann die berühmte, noch heute sprichwörtliche Katze im Sack. Man konnte die hysterischen Tiere nicht einfach herausholen, so schleuderte man den Sack aus und die Katzen flogen in hohem Bogen fort. Danach ist dieses Spiel benannt.

Bedeutung: Es fördert Bewegung und Teamfähigkeit, sowie die schnelle Kommunikation und Geschicklichkeit. Wurde in den Knappenschulen, aber auch in Klöstern gespielt.

Regeln:
Man spielt immer zu zweit, zwei gegen zwei oder vier gegen vier. Es spielt immer ein Paar zusammen. Benötigt wird pro Paar ein Tuch ( Handtuch, Tischläufer, Bezugstoff….) von ca. 1m x 1,30m, ein Seil (Schnur) von ca. 2-3 m Länge, sowie ein Kohlrabi, Apfel, Apfelsine,  etc. Immer ein Paar an einem Tuch fasst die Tuchecken und hat somit eine Art Hängematte. Nun wird der Apfel über das gespannte Seil geworfen (Seilhöhe etwa 1,20m). Geworfen, aufgefangen und zurück geworfen wird der Apfel immer nur mit Hilfe des Tuches, immer über das Seil. Die Ecken dürfen niemals losgelassen werde. Wer den Apfel nicht fängt, verliert, zu kurz oder unter der Schnur wirft, wer die Tuchecken los lässt oder mit seinem Partner zusammenprallt, hat verloren (Strafe kann man sich ausdenken).

Pykk-Pykk

Herkunft: Die Wikinger waren geschickte Seeleute, was auch auf die Geschicklichkeit der Mannschaft untereinander zurück zu führen war. Herrschte Flaute, oder mussten die Segel eingeholt werden, dann kamen die Ruder zum Einsatz. Zum Manövrieren diente nicht nur das Ruder, sondern auch das Schub geben, oder einholen der Paddel. Das erforderte ein schnelles und wortloses miteinander an den Rudern.

Bedeutung:
Schnelles Miteinander musste von klein auf trainiert werden, insbesondere, wenn man dicht an dicht beieinander saß. Dazu diente dieses Spiel. Der Name Pykk-Pykk ist vermutlich dem Geräusch von Steinen in den Schalen geschuldet.

Regeln: Gespielt wird paarweise, mind. zwei Paare, sowie ein „Kapitän“. Benötigt werden pro Paar zwei Schüsseln, je ein dutzend Steine, Murmeln, Kastanien, Walnüsse, Knöpfe. o.ä. gerne auch gemischt, aber immer zwölf, sowie ausreichend Schnur (Verband, Stoffstreifen, o.ä). Gespielt wird im Sitzen. Jedes Paar bekommt den rechten und den linken Arm zusammen gebunden, wie beim Dreibeinlaufen. Vor ihnen auf dem Tisch liegen pro Paar zwölf Steine o.ä. Der Kapitän gibt nun in schneller Folge und völlig willkürlich, den Befehl „Links“ oder „Rechts“. Die zusammengebundenen Arme/ Hände müssen nun schnellst möglich einen Stein fassen und in die Linke oder rechte Schale legen, während schon der nächste Befehl kommt (Dazu muss man ganz schnell wissen, wo Links und Rechts ist!!!) Nach zwölf Befehlen und einer sehr kurzen Pause, gibt es zwölf neue Befehle um die Steine mit den gebundenen Armen wieder zurück zu legen. Gewartet wird nicht, Schnelligkeit ist alles. Wer einen Stein fallen lässt, wer am Ende noch irgendwo einen Stein in einer Schale hat, wer einen Stein falsch legt, hat verloren (Strafe kann man sich ausdenken).

Schüpp de Berjg

Herkunft: Winter war zu früheren Zeiten sehr viel weniger beliebt als heute. Es gab wahrhaftig Kämpfe ums Überleben, oder auch nur um freie Wege. Schüpp de Berjg erinnert an die riesigen Schneeberge, die man bewältigen musste auf den Höfen, um z.B. zu den Stallungen oder Butzen zu kommen.

Bedeutung: Es ist ein Geschicklichkeitsspiel, was man tatsächlich im Winter miteinander spielte, wenn man nicht hinaus konnte, wollte, musste, und was etwas den Schrecken vor Dunkelheit, Kälte und auch Hunger vertrieb.

Regeln: Mind. zwei Spieler, optimal sind drei bis sechs. 1 Kg Mehl (optimal) oder die vergleichbare Menge (Volumen) feuchter Sand. Pro Spieler ein Löffel, sowie ein Stöckchen mit einem Stück Stoff oder Küchenrolle als Fähnchen. Aus dem Mehl / Sand wird auf einem Tisch ein großer, steiler Berg geformt, möglichst stabil. In die Spitze steckt man das Fähnchen. Nun muss jeder Spieler reihum mit seinem Löffel ein Stück des Berges abtragen, immer nur so viel, wie der Löffel fasst, aber auch nie weniger. Ziel ist es, den womöglich schwindenden Berg nicht zum Einsturz zu bringen. Auch das Fähnchen darf nicht fallen. Verloren hat, bei dem dies geschieht. (Strafe kann ausgedacht werden, ist auch ein nettes Trinkspiel!)


Hüte das Schaf

Herkunft: Im Mittelalter waren Schafe von elementarer Bedeutung. Nicht nur Wolle, sondern auch Milch, Fleisch, Horn, und Bein für Nadeln. Außerdem haben Schafe einen Blinddarm, aus dem man Kondome herstellte. Man nutzte das Nutztier wortwörtlich ganz und gar.


Bedeutung:
Dies Spiel ist ein reines Spaßspiel zu Ehren der Schafe und deren Hirten.

Regeln:
Es bedarf jew. zwei Spieler pro Durchgang. Pro Spieler jeweils einen Strohhalm und eine Tasse oder Becher (Achtung, Becher darf nicht rollen),  sowie ein Flöckchen Watte oder Schurwolle für alle. Die Becher werden auf die Seite an ein Ende eines Tisches gelegt. Auf der anderen Seite befinden sich die Spieler. Direkt vor die Spieler wird die Watte auf das Tischende gelegt. Auf Kommando müssen sie nun versuchen mit dem Strohhalm das Wollflöckchen / Watte über den Tisch in ihre Tasse zu pusten. Dabei darf der Platz am Ende des Tisches nur bis zur Tischecke verlassen werden. Bei mehreren Spielern spielen immer die Sieger gegeneinander, bis es einen Hirtenkönig gibt.

Vielen Dank an Iris von den Spielleuten Bene Vobis für diese mittelalterlichen Spiele

 

 

Schlappenschießen

Ein lustiges Spiel für drinnen und draußen. Jeder hat schon mal Schlappen geschleudert, doch jetzt zeigt sich, wie zielgenau Ihr seid.

Ihr braucht dazu lediglich:
-ein Ziel, z.B. einen Ring, Kreidekreis am Boden
-ein paar Schlappen (Pantoffeln, Sandalen gehen auch)

 

Die Spieler setzen sich entlang des Starts und legen Ihre Schlappen locker über den Fußrücken.

 

Das Ziel wird anvisiert und ...Schuß!

 

Wie beim Bogenschießen gewinnt, wer mit seinen Projektilen dem Ziel am nächsten ist.

Wikingerski

Der Klassiker des Vellberg Knappenwettstreits läßt sich auch zu Hause mit Mama oder Papa nachspielen.

Alles was Ihr dazu braucht ist eine "Rennbahn" mit weichem Untergrund und zwei Kordeln.
Jedes Läuferpaar bindet sich damit die Knöchel aneinander und los geht das Rennen...

Nächstes Jahr wieder: Wikingerski-Wettlauf zu siebt in Vellberg

Bogenschießen

Vergesst in Coronazeiten, wo ein jeder an seine Scholle gebunden ist, alles, was Ihr über Bogenbau gelernt habt.

Meine Tochter hat es vorgemacht und einen gartentauglichen Flitzebogen gebaut. Ein fingerdicker Ast (nicht Eibe, Ulme..), nicht getrocknet sondern frisch verarbeitet, als Sehne eine Wollkordel: fertig ist ein Kinderbogen mit einer Schußweite von 5-8m, der somit für die räumlichen Gegebenheiten der meisten Gärten gut geeignet ist und dessen Verletzungsrisiko sich in engen Grenzen hält.

Wir möchten Euch einladen, die Spiele auszuprobieren und Bilder und Eindrücke auf unserer Facebookseite zu teilen.

Hauptmenü              

Alle Events