Lechfeldschlacht 955

Lechfeldschlacht 955

Fragt man hier in Deutschland jemanden nach Schlachten und Gefechten im Mittelalter, dann ist eine der meistgenannten sicherlich die Lechfeldschlacht von 955.

Militärisch eine der größten Auseinandersetzungen im ostfränkisch-deutschen Reich, war sie ein Zusammenstoß zweier Kampfsysteme, Panzerreiter gegen Reiterbogenschützen. Historisch bedeutete sie eine Zäsur und beendete die 60 Jahre andauernden Plünderungszüge der Ungarn von der Iberischen Halbinsel bis zur Ostsee aprupt. Auch die Folgen für beide Völker waren nicht zu unterschätzen. Bei den Ungarn büßte infolge der Schlacht die Klasse des Kriegeradels in der Folge erheblich an Bedeutung ein, wodurch die Ungarn sesshaft wurden, Missionare ins Land holten und Teil der abendländischen Völkerfamilie wurden. Für den ostfränkischen König Otto folgte aus dem Sieg ein erheblicher Bedeutungszuwachs, eine wirtschaftliche und soziale Konsolidierung seines Reiches und der Griff nach der Kaiserwürde. Viele Historiker haben die Lechfeldschlacht deshalb auch als "Geburtsstunde der Deutschen" bezeichnet.

Seit 15 Jahren organisieren wir das mittelalterliche Burgfest auf der Burg Stettenfels, seit 7 Jahren haben wir Ritter zu Pferde und zahlreiche Lagergruppen zu Gast, seit 5 Jahren haben wir es zu unserer Aufgabe gemacht, historische Gefechte mit den Darstellergruppen nachzuerzählen. Auch wenn wir nicht über Fläche eines Schlachtfeldes und über hunderte und tausende von Kämpfern verfügen, so ist es uns doch wichtig, die jeweiligen Waffengattungen und Kampftechniken mit einer kleineren Zahl von 50-100 Darstellern auf der Fläche überzeugend rüberzubringen. Der immer wieder überwältigend große Applaus des Publikums und der Zuspruch seitens der ehrenamtlich mitwirkenden Darsteller bestärkt uns darin, daß eine solche Schlachtnachstellung auch im kleinen Rahmen eines Turnierplatzes überzeugend möglich ist.

Die Lechfeldschlacht stellt gegenüber den bisherigen Projekten nochmals eine besondere Herausforderung dar. Nicht nur müssen zwei völlig unterschiedliche Kriegertypen sind nötig - ostfränkische Panzerreiter und Fußkämpfer sowie ungarische Bogenschützen und Reiterbogenschützen. Nein, die erste Phase der Kampfhandlungen bestand auch aus der Belagerung und Verteidigung der Mauern der Stadt Augsburg.
Wir bedanken uns schon jetzt bei allen Schaukampf- und Darstellergruppen, die ihre Mitwirkung zugesagt und teilweise auch mit erheblichem Aufwand ihre Ausrüstung passend zum Jahr 955 abgeändert haben haben: Die Württemberger Ritter, die Steppenreiter, die Ritter der Flochberg, Chors Castellum Hospitalis, Anno 1156, die Vasallen der Mark Baden, Fratres Armati, Der Freie Bund der Löwenritter, Mjölnirs Wächter, Volgus Ferox, Bruder Goswins Konvent. Besonderer Dank gilt auch der Ilsfelder Firma H & P Gerüstbau für ihre Unterstützung beim Aufbau von einem Abschnitt der Augsburger Stadtmauer.
Wir sind wie Ihr gespannt, ob es uns gelingt, die Lechfeldschlacht überzeugend und spannend nachzustellen.


Zeiten: Samstag 4.5. 16:00   Sonntag 5.5. 14:00

Panzerreiter im 10. Jahrhundert, dargestellt von den "Württemberger Rittern e.V."
Ungarischer Reiterbogenschütze, Matthias Honer Mitglied von "Die Steppenreiter"
Unsere Planungen für ein Stück "Augsburger Stadtmauer" am Turnierplatz