Teilnehmer Perchtenlauf 2016

Erebos Perchten (Bodensee)

Alb Knechte (Schwäb. Alb)

Seegrusis (Bodensee)

Hetla Klausa (Allgäu)

Gloifn Bavaria (Niederbayern)

Attergau Pass (Salzkammergut, Österreich)

Stettenfelser Schlossschergen (Gastgeber)

(Stand 1.11.2016, weitere Ankündigungen folgen)

Perchtenlauf:

Samstag, 17.12.2016, 17:00

 

Hintergründe des Perchtenlaufs
In der Gegenwart ist das Brauchtum des Perchtenlaufens vor allem im Alpenraum bekannt. Hier laufen, auch unter Bezeichnungen wie Krampus oder Klausentreiben, in der Vorweihnachtszeit in vielen Orten in Pelz gehüllte und gar garstig anzuschauende Gestalten herum, lärmen, erschrecken und scheuchen ahnungslose Passanten mit ihren Ruten.

Solcherlei Gestalten kennt man hierzulande eher von der Schwäbisch-Alemannischen Fasnacht.

Soll nun alpenländisches Brauchtum nach Stettenfels geholt oder hier die Fasnacht vorgezogen werden?

Mitnichten.

Vielmehr war das Brauchtum auch in unseren Landen in früherer Zeit um ein vielfaches reicher als heute:

Umzüge waren in der Advents- und Weihnachtszeit auch in unseren Teilen Süddeutschlands weitverbreitet. Denn die Donnerstage im Advent galten als die ?Klopfnächte? oder ?Anklopfete?, in denen junge Burschen und Maiden oft vermummt von Haus zu Haus zogen, an die Läden klopften, und, je nach Region, teils Geschenke erbaten, teils aber auch manchen Spottvers reimten.

Um die Wintersonnenwende wiederum beginnt, so der Aberglaube, die Zeit der zwölf Rauhnächte. Ihren Ursprung haben sie vermutlich darin, daß das Sonnenjahr um 11 Tage bzw. 12 Nächte länger ist als das Mondjahr (354 Tage). In dieser Zeit steht die Welt der Geister offen, die Wilde Jagd treibt ihr Unwesen und Dämonen ziehen übers Land. Dies ist der Grund, weshalb man im Volksbrauchtum mit grausigen, lärmenden Fratzen umherzieht und die Ställe mit Weihrauch ausräuchert. Schließlich muß man die Dämonen erschrecken und fernhalten.Beim Klausentreiben im alamannischen Raum werden Frauen und Kinder zu ihrer Sicherheit bei Einbruch der Dunkelheit von der Straße gescheucht.

Der heilige Nikolaus, der ja schon zu Lebzeiten in Gabenbringer war, bekommt wiederum im österreichischen Gebiet ? das ja bis vor 220 Jahren in Ausläufern bis ins südliche Baden-Württemberg ging - den strafenden Knecht Ruprecht oder Krampus als Begleiter, welcher wiederum in den heutigen Krampusläufen weiterlebt. Aber nicht nur dort: In den protestantischen Gegenden Frankens, wo man den Gedenkbrauch an einen katholischen Heiligen Nikolaus beenden will, entsteht der Pelzmärtel (tw. auch Holleklaus, Schellenmärtel), der sich in seinem Aussehen und Auftreten nicht wesentlich von den alpenländischen Perchten unterscheidet.

Es ist ein Phänomen der letzten zwei Jahrzehnte, daß das alpenländische Perchten- oder Krampusbrauchtum sich wachsender Beliebheit erfreut, und man verstärkt im Oberschwäbischen, aber vereinzelt auch hier, derartige Gruppen findet. Mitunter entdeckt man sie dann auch traditionswidrig bei Fasnachtsumzügen oder gar auf Helloweenfeiern.

Mit unserem Perchtenlauf greifen wir die Wurzeln der vorweihnachtlichen Umzüge auf und würden uns freuen, wenn wir dazu beitragen könnten, daß solches Umzugsbrauchtum hierzulande wieder stärker ins bewußtsein rückt. Für die künftigen Jahre würden wir uns freuen, weitere Perchtengruppen aus nah und fern als Teilnehmer für unseren Perchtenlauf zu gewinnen.

 

Quellen und weiterführende Literatur:

zum Einstieg: www.wikipedia.de 

Eduard Hoffmann-Krayer & Hanns Bächtold-Stäubli (Hg.): Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens

www.udi.germanistik.uni-wuerzburg.de/pdf/presse/Nikolaus_Volksblatt.pdf